Bilder: Walter, Christel

 

Jahresausflug

Wenn Engel reisen ….! Für unseren Ausflug haben wir den schönsten Tag der Woche erwischt. So konnten wir nach unserem Start um 7 Uhr schon auf der Autobahn einen wunderschönen Sonnenaufgang beobachten, während in den Tälern noch die Nebelschwaden hingen. Es war noch immer früh am Morgen als wir in Neu-Ulm bei EvoBus eintrafen. EvoBus ist das größte europäische Tochterunternehmen der Daimler AG und fertigt ausschließlich Omnibusse. Zuerst erhielten wir eine Einführung in die spannende Firmengeschichte, die weit zurückreicht. Schon 1893 gründete Karl Heinrich Kässbohrer in Ulm seine Wagenfabrik, wo zuerst einfache Karren und Kutschen gebaut wurden. Aber bereits 1910 wurden mit Aufträgen von mehreren Kfz-Herstellern erstmals Karosserien für Personenwagen-Fahrgestelle gefertigt. In den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts war Kässbohrer mit seiner Marke Setra in Deutschland größter Produzent von Reisebussen. 1995 kam dann das Aus, und die Marken Setra und Mercedes-Benz wurden als EvoBus zusammengeführt.

Eine Fahrt über das Werksgelände verdeutlichte uns die Größe der Anlage. Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung, wo leider nicht fotografiert werden durfte, konnten wir zuerst der Fertigung der Innenausstattung beiwohnen, angefangen bei der großen Stoffauswahl für die Bestuhlung. Wir sahen, wie die Teile computergesteuert zugeschnitten, zusammengenäht und schließlich die Sitze damit fachgerecht bezogen wurden. Sehr interessant wurde es auch, als wir danach in der riesigen Halle sehen konnten, wie an den verschiedenen Stationen die vielen Fahrzeugteile an- bzw. eingebaut wurden und aus der Rohkarosserie, die per Bahn aus dem Werk Mannheim angeliefert wird, ein fertiger Bus entsteht.

Nächste Station unserer Tour war die im barocken Stil erbaute Wallfahrtskirche in Steinhausen bei Bad Schussenried, im Volksmund als schönste Dorfkirche der Welt bezeichnet. Tatsächlich hat der kleine Ort nur etwas über 400 Einwohner, und das Gotteshaus macht dieser Bezeichnung alle Ehre. Dort wurden wir bereits von einer netten Dame erwartet, die uns einen kleinen Einblick in die Kirchengeschichte gab. Die Kirche wurde in den Jahren 1728 bis 1733 auf den Fundamenten einer Vorgängerkirche errichtet. Baumeister war Dominikus Zimmermann, der auch die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Wieskirche gestaltet hat. Die beeindruckenden Fresken an der Kirchendecke stammen von seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann. Gerne würde man sich die vielen Details genauer anschauen, aber sicherlich hat bei den meisten Besuchern der Nacken gestreikt. Bei intensiver Betrachtung findet man im Stuck an den Fenstern viele kleine Tierfiguren, die alle eine Bedeutung haben. Aber auch hier gilt es, nach oben zu schauen. Das gotische Gnadenbild der Schmerzensmutter mit ihrem soeben vom Kreuz abgenommenen toten Sohn aus dem 15. Jahrhundert, das im Hochaltar integriert ist, ist das Herzstück der Kirche. Am Ende der Führung wurde von uns ein Kirchenlied angestimmt, welches in diesem Haus sehr eindrucksvoll klang.

Weiter ging die Fahrt zum beschatteten Parkplatz am Federsee. Inzwischen hatten alle mächtig Hunger. Flugs wurden ein paar Biertische aufgebaut und darauf ein ordentliches Vesper aufgetischt. Dazu gab es Kaffee, Bier und Sekt. Gut gestärkt ging es danach weiter, aber leider waren wir zeitlich im Verzug, so dass wir die bestellte Führung im Kloster Beuron nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Wir mussten uns mit einer Besichtigung der Kirche und der näheren Umgebung begnügen. Zum Abschluss wurde ein Café aufgesucht, das allerdings dem Ansturm nicht ganz gewachsen war. Trotzdem war es ein wunderschöner Tag. Vielen Dank an Gerti für die Organisation!

Bericht Christel