Bilder: V. Ebert

 

Musik über Grenzen

Wie beim letzten Konzert der Reihe „Musik über Grenzen“ wurden nicht nur die Zuhörer von unserer Vorsitzenden Gerti Heckmann begrüßt, sondern auch die 76 weit gereisten Mädchen und ihre Begleiter in japanischer Sprache willkommen geheißen. In ihren einheitlichen Schuluniformen waren die jungen Musikerinnen adrett anzusehen. Erst am Vorabend kamen sie von einer Konzertreise aus dem tschechischen Marienbad nach Leinfelden-Echterdingen. Schon vier Jahre sind vergangen, seit wir zusammen mit diesem renommierten Orchester, das nur aus Mädchen besteht und aus Nagoya/Japan kommt und dem Jugendorchester der Musikschule LE im Walter-Schweizer-Kulturforum aufgetreten sind. Damals platzte der Saal fast aus allen Nähten, weshalb jetzt in den Großen Saal der Filderhalle ausgewichen wurde. Den musikalischen Auftakt mit „Millennium“ von Richard Meyer gestalteten die Gäste aus Japan und die Musikschüler aus Leinfelden-Echterdingen unter der Leitung des japanischen Orchesterleiters Ritsuya Takahashi gemeinsam.
Schwungvoll ging es weiter mit „Wiener Blut“, vorgetragen vom Liederkranz und den beiden Orchestern, dirigiert vom japanischen Orchesterleiter. Bei „Sassa“ aus der Operette Maske in Blau, dem „Fliegermarsch“, „Granada“, der „Juliska aus Budapest“ und den „Drei Gäns‘ im Haberstroh“ wurden wir professionell am Flügel von Guido Löflad begleitet, der im „normalen“ Leben Pianist und Dirigent bei den Stage Entertainment Musicals im Palladium Theater in Stuttgart-Möhringen ist. Dirigiert hat unsere Chorleiterin Petra Frisch, die auch mit uns die Lieder einstudiert hatte.
Noch vor der Pause gab das Orchester „Romeo und Julia“ von Peter I. Tschaikowsky und „Pirates oft the Caribbean“ zum Besten. Danach ging es weiter mit dem „Zug der Zwerge“ sowie „Im Krapfenwaldl“ von Johann Strauss. Schließlich kamen vier japanische Lieder an die Reihe, vorgetragen vom Liederkranz in der Landessprache. „Furusato“ besingt die Heimat, „Sakura“ die japanische Kirschblüte, „Akatombo“ die rote Libelle und „Maramatsuri“ ein Dorffest. Begleitet wurden wir hierbei von Teilen des riesigen Orchesters unter der Leitung von Yoshikazu Arafune, dem Chef des Musikschulorchesters von LE.
Nach der „Nussknacker-Suite“ von Peter I. Tschaikowsky und „Leroy Anderson Favorites“ sowie „Aitakatta“ von Bounceback war eigentlich das Programm zu Ende. Aber ganz klar, dass nach heftigem Applaus als Zugabe „Tabi dachi no hi ni“, der emotionale Song, der in Japan bei Schulentlassfeiern zu hören ist, gesungen und gespielt wurde. Mit viel Herzblut und Begeisterung hatte uns der japanische Orchesterleiter bei der Hauptprobe erklärt, um was es in diesem Song geht und wieviel dieser den Japanern bedeutet. Gegen Ende der Veranstaltung bedankte sich Erste Bürgermeisterin Eva Noller mit jeweils einer weißen Rose bei den Verantwortlichen. Auch Blumensträuße, gesponsert von der Gärtnerei Themm, wurden überreicht. Die japanischen Schülerinnen erhielten von Gerti Heckmann einen besonderen Strauß, der für alle ein kleines Geschenk enthielt. Diese wiederum revanchierten sich mit einem Gastgeschenk.
Ein tolles Konzert ging nach etwa zweieinhalb Stunden zu Ende, aber noch lange nicht der Tag, denn im Anschluss wurde ausgelassen gefeiert! Im Hotel Alber war für die Teilnehmer am Konzert und Eltern der Musikschüler in der Garage ein riesiges Buffet aufgebaut, wo sie sich stärken konnten. An Biertischen, die dort aufgestellt waren, wo sonst Autos parken wurde gefeiert und gegessen. Und auch hier wurde noch lange ausgiebig Musik gemacht! Gedacht war eigentlich, im schönen Biergarten des Hotels zu feiern, doch der Regen hat diese Planung zunichte gemacht, was aber der guten Laune keinen Abbruch tat. Auch dank der guten und umfangreichen Organisation von Regine Arafune hat der Abend allen äußerst gut gefallen!

Bericht Christel