LKE 1912
40 jähriges Jubiläum

Geschichte des Liederkranzes

"Bei den Blumenbinderinnen. Die Mädchen und Frauen der Liederkranzfamilie haben neben ihrer sonstigen Beschäftigung während der letzten acht Tage viel Arbeit gehabt, sie haben Kränze gewunden, Blumen gemacht, Wagengirlanden geflochten und sind nicht müde geworden. Ich saß in einer Stube bei den Blumenbinderinnen und sah ihrer Fingerfertigkeit zu. Eins, zwei, drei waren die Blümlein aus Papier gezaubert. Die Mädchen sangen dazu, und es fiel mir die Spinnstubenpoesie aus der alten schönen Zeit ein. Was haben die Echterdinger Mädchen- und Frauenhände in diesen Tagen geleistet! Sie verdienen Lob und Dank und sie gehören nun zu den echten Sängermädchen und -Frauen und -Müttern. Der Liederkranz kann stolz auf sie sein."

Schultheiß Rohleder und die ganze Gemeindeverwaltung halfen mit, dem Fest die notwendige Würde zu verleihen. In seiner Festrede führte Rohleder unter anderem aus: ,,Dieser Tag soll nicht nur eine Jubiläumsfeier sein, er soll vielmehr ein Gelöbnis werden, der guten Sache treu zu dienen, alles Trennende zu vergessen und weiterhin zu pflegen den Sang. Zufrieden über die ausgezeichnete Gastfreundschaft des Liederkranzes verließen abends die 32 Gastvereine den Festort.
Der Wunsch, wieder an Wertungssingen teilzunehmen, wurde im Jahre 1924 verwirklicht. Ein 1. Preis wurde in Esslingen und ein I b-Preis in Bernhausen mit 56 Sängern errungen. Ein Jahr später fand das Schwäbische Sängerfest in Esslingen statt. Dort erkämpfte sich der Liederkranz mit 61 Sängern einen II. Preis.

Im Oktober wurde Chormeister Göppel schwer krank. Er bat den Verein, sich nach einem anderen Dirigenten umzusehen. Hauptlehrer Bayer von der hiesigen Schule war bereit, die Chorleitung zu übernehmen. Seine großen musischen Qualitäten ermöglichten es ihm, den Verein mit dem Lied ,,Vale Carissima" in Dagersheim einen 1 a-Preis im gehobenen Volksgesang heraus. 1928 trat der hochverdiente und vom Verein geschätzte und beliebte Vorstand Johannes Fehrle zurück. Sein Sohn Fritz Fehrle wurde sein Nachfolger.
1929 errang der Verein mit 68 Sängern einen 1. Preis beim Schwäbischen Sängerfest in Ulm. Schriftführer Karl Klauser übernahm im Herbst 1929 die Führung des Vereins. Seiner Umsicht und Tatkraft ist es gelungen, den Verein über alle Klippen hinweg bis zum Jahre 1946 erfolgreich zu führen.

Beim 33. Schwäbischen Sängerfest in Heilbronn im Jahre 1934 errang der Liederkranz mit 75 Sängern einen II. Preis im einfachen Kunstgesang.
Chormeister Karl Bayer wurde im Jahre 1935 sehr schwer krank. Ein Nervenleiden nötigte ihn, die Leitung des Liederkranzes abzugeben. Er wurde zum Ehrendirigenten ernannt. Sein Nachfolger war der Bundeschorleiter Walter Schneider, der damals schon in jungen Jahren eine so wichtige und schwierige Aufgabe meisterte. Unter seiner Leitung wurde der erste Frauenchor ins Leben gerufen. 1938 war das 24. Sängerbundfest in Stuttgart. Der Verein sang den Chor ,,Psalm der Arbeit" mit 69 Sängern. Er wurde mit einem ,,Sehr gut" beurteilt. Dies war um so beachtlicher, weil in dieser Gruppe 62 Vereine in Konkurrenz getreten waren. Der sehr gute Ausbildungsstand wurde durch den Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen. Eine regelmäßige Singstunde konnte nicht mehr abgehalten werden. Trotzdem hielten die wenigen Sänger Zuhause dem Verein die Treue. Sie sangen Grabgesänge für die Gefallenen und Verstorbenen, Ständchen für die Jubilare und Festgesänge in der Kirche.

Neue Voraussetzungen seit 1945
Der verlorene Krieg verursachte auch eine Umstellung des gesamten Vereinswesens, die von der einsichtigen Vorstandschaft ohne Schwierigkeiten vollzogen werden konnte. Helmut Sartorius wurde zum Nachfolger des Vorstandes Karl Klauser gewählt. In Anerkennung der großen Verdienste um den Liederkranz wurde Karl Klauser von der Generalversammlung zum Ehrenvorstand ernannt. Fritz Moltenbrey, der den seitherigen Bürgermeister Rohleder (Ehrenmitglied des Vereins) ablöste, unterstützte den Liederkranz nicht nur als Mitglied, sondern auch bei allen sich bietenden Gelegenheiten.

Die 75-Jahrfeier wurde im Jahr 1948 in Form eines Konzertes durchgeführt. Unser Landsmann, Opernsänger Ernst Grathwol, begleitet von Frau Schneider, sang Arien von Schubert und Schumann. Der Präsident des Schwäbischen Sängerbundes überreichte folgenden Sängern eine Ehrenurkunde:

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